Ein Board, drei Jobs: Kamera, Caddy, Kurier
Auf Basis des Waveshare ESP32-S3-A7670E entstand ein autarkes Gerät, das als Drohnen-Payload Firmware zu MeshCore-Nodes bringt, unterwegs Fotos und GPS-Tracks liefert — und seinen Status auf Deutsch ansagt, weil es kein Display hat.
Was steckt drin
Gebaut für den Feldeinsatz
Sprach-UI statt Display
Zwölf deutsche Ansagen — von „Drohnen-LTE-Einheit bereit“ bis „Update beendet“ — werden direkt über den Modem-Audiopfad abgespielt. Der Operator hört den Systemzustand, ohne hinzusehen.
Snapshot & Visit-Records
Auf Kommando entsteht ein hochaufgelöstes Foto auf SD plus ein Thumbnail, das über die schmale Mobilfunkverbindung gestückelt übertragen wird — zusammen mit GPS-Position, Signalstärke und Akkustand als „Site Passport“ des besuchten Nodes.
Live-Track
Während des Fluges sendet der Caddy alle paar Sekunden seine GNSS-Position als kompaktes Beacon — sparsam genug für ein IoT-Datenbudget von wenigen MB pro Monat.
WLAN-Setup per Captive Portal
Zweimal kurz stromlos machen — schon öffnet das Gerät einen eigenen Hotspot mit Einrichtungsseite. Kunden tragen ihr WLAN lokal am Handy ein; das Passwort verlässt das Gerät nie.
Firmware-Store-Sync
Ein Kommando gleicht die komplette SD-Bibliothek gegen den versionierten HTTPS-Store ab — nur fehlende oder geänderte Dateien werden geladen, alles CRC-geprüft.
Ergebnis-Queue
Endet ein Update, während das Gerät offline ist (Funkloch, Flugphase), wird die Meldung gepuffert und beim nächsten Datenfenster garantiert zugestellt — kein Ergebnis geht verloren.
Erkenntnisse aus dem Maschinenraum
Die spannendsten Probleme saßen nicht im eigenen Code, sondern zwischen Modem, SIM-Karte und Mobilfunknetz.
Falscher APN = wochenlanges „Funkloch“
Eine IoT-SIM der neuen Plattform-Generation braucht einen anderen APN als dokumentiert. Das Symptom — Verbindung registriert, aber keinerlei Daten — sah wochenlang wie ein Hardware-Defekt aus und war am Ende eine Konfigurationszeile.
LTE ist nicht gleich LTE
Cat-1 und LTE-M sind unterschiedliche Funkklassen: Eine SIM, die im LTE-M-Board einwandfrei läuft, beweist nichts für ein Cat-1-Modem. Diese Lektion kostete einen kompletten Debugging-Tag.
Modem-AT ist nicht binärfest
Der AT-Datenmodus des Modems verschluckt rohe Binärdaten — Foto-Chunks gehen deshalb Base64-kodiert über die Leitung. 33 % Overhead, dafür 100 % Zuverlässigkeit.
DNS hängt vom Carrier ab
Derselbe Hostname, den Carrier A sauber auflöst, scheitert bei Carrier B im Modem-Stack. Robuste IoT-Firmware darf sich auf nichts verlassen, was sie nicht selbst verifiziert hat.
Das große Ganze
Der Cam-Caddy ist Teil des Walter-AirControl-Systems für drohnengestützte MeshCore-Updates.
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